Im Jahr 2018 gab es bereits einige Beispiele der anhaltenden Desinformationskampagne zu sehen. Zuerst Desinformation rund um die Vergiftung Skripals, dann versuchte eine Nebelwand die Fakten bezüglich des Chemiewaffenangriffes in Duma zu verschleiern und diese Woche gab es ein Wiedersehen mit Desinformationen, die das Desaster rund um die MH17 begleiten.

Doch etwas ist anders als in den vergangenen Jahren. Westliche Staaten haben sowohl in Bezug auf die Desinformationskampagnen rund um jene Ereignisse, als auch mit Hinblick auf die dahinter stehenden Akteure gehandelt.

Nach dem Angriff auf die Skripals ordneten 18 EU-Mitgliedstaaten und 7 weitere Länder in Solidarität mit Großbritannien die Ausweisung dutzender russischer Diplomaten an. Und mittels genauer Rückverfolgung der Bewegung jener BUK-Rakete, die zum Abschuss des Fluges MH17 benutzt worden war, konnten die internationalen Ermittlungen letztendlich zeigen, dass es sich um eine russische BUK gehandelt hatte. Dieser Umsatnd veranlasste die niederländische und australische Regierung dazu, die russische Regierung in der Verantwortung zu sehen; eine Entscheidung, die sowohl von der EU als auch von den USA Unterstützung bekommen hat.

Wie erwartet konzentrierte die kremlfreundliche Desinformationskampagne ihre ganzen Kräfte auf die Anzweiflung der am letzten Freitag präsentierten Ergebnisse des gemeinsamen Ermittlerteams zur Tragödie von MH17. Dabei kamen sogar Ähnlichkeiten mit dem Fall Skripal auf, nämlich mit der Behauptung, dass in keinem Fall die Ermittler irgendwelche Beweise vorgelegt hätten.

Nachfolgend begeben wir uns auf die Spuren der diese Woche kursierenden Desinformationen bezüglich des Abschusses des Flugs MH17 zurück.

Alle Anstrengungen Russlands, eine seriöse, solide und professionelle gemeinschaftliche Ermittlungsarbeit einzuleiten wurden als geplante Provokation zurückgewiesen.

Es stimmt, dass Russland zu verschiedenen Anlässen Beweise präsentiert hat. Das Problem mit den „Beweisen“ liegt jedoch nicht nur darin, dass sie erfunden sind, sondern sich auch widersprechen. So widerlegte sogar die zweite Präsentation von „Beweisen“ des russischen Verteidigungsministeriums das erste Bündel an „Beweisen“.

Der Donbas war ein Kriegsgebiet, ein Umstand der hinlänglich bekannt gewesen war, , wo Raketen benutzt wurden, die vollkommen dazu fähig waren einen kommerziellen Flieger vom Himmel zu schießen. Deshalb lag es in der Verantwortung desjenigen, der den Luftverkehr in dieser Region überwacht hat, Flugzeuge vom Kriegsgebiet des Donbas wegzuleiten.

Nun, zum Zeitpunkt des Abschusses war der Luftraum bis zu einer Höhe von 32.000 Fuß gesperrt. Der kommerzielle Flug MH17 überflog das Gebiet in 33.000 Fuß Höhe. Es gab zu dieser Zeit keinen Hinweis darauf, dass die mutmaßlich schlecht ausgebildeten prorussischen Separatisten Zugang zu hochentwickelten Waffen hätten, die ein Flugzeug in dieser Höhe abschießen könnten.

Die niederländische Kommission hat Informationen vertuscht, wo und wann der Antrieb der BUK-Rakete gefunden worden war, wie auch Informationen zu den Personen, die den Antrieb an die Ermittlerübergeben haben.

Nach dem Absturz gab es einen internationalen Aufschrei über die Art und Weise, wie die prorussischen Separatisten mit der Trümmerstelle umgingen, Überreste von Passagieren waren der Sommerhitze ausgesetzt, ungeübten Freiwilligen wurde erlaubt, die Gegend zu durchforsten. Dies führte zu Wochen der Verspätung in der Beseitigung des Wracks.

Die Niederlande fordern von Russland Beweise für ihre Schuld.

In Wirklichkeit fordern die Niederlande Russland dazu auf, seine Verantwortung anzuerkennen und vollständig mit den Ermittlungen zusammen zu arbeiten, um den Sachhergang zu klären und Gerechtigkeit für die Opfer des Fluges MH17 und deren Angehörigen zu schaffen.

Die Anschuldigungen gegenüber Russland sind unbegründete Gerüchte/Fakes und/oder verschiedene andere mögliche Erklärungen. (Die Ukraine ist schuld; es handelt sich um eine NATO-Kampagne gegen Russland; es ist Russophobie).

Die Ermittlungen verfolgten sorgfältig den Weg der BUK von Russland in die Ostukraine und wieder zurück. Für eine umfangreiche Erörterung der Erkenntnisse des JIT, sehen Sie dieses Video.

Am Ende des Weges kommt man zu folgendem Ergebnis: Die BUK, welche die MH17 abgeschossen hatte, stammte von den russischen Streitkräften. Sie wurde in das von prorussischen Separatisten kontrollierte Gebiet befördert. Es gibt forensische sowie visuelle Beweise und drei unabhängige Ermittlungen, die alle zu demselben Ergebnis gekommen sind. Währenddessen benutzte Russland sein Veto zur Blockade eines Resolutionsentwurfes zur Einsetzung eines internationalen Tribunals für das Desaster von MH17.

Übersetzungen aus dem Englischen: Astrid Schwaderer