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Der Profi-Lügner im Kreml verkündet den Fortbestand seines Regimes und seine Handlanger wittern überall Biolabore der USA.

Auf einer inszenierten Veranstaltung verkündete Putin gegenüber Veteranen und der breiten Öffentlichkeit kaum vernehmbar, dass sein Regime nach einem inszenierten Ritual, das nicht mit etwas verwechselt werden sollte, das in der freien Welt als „Wahlen“ bekannt ist, auch weiterhin über Russland herrschen würde.

Nach dieser Veranstaltung ohne großen Mehrwert schaltete das kremlfreundliche Informationsmanipulationssystem auf Hochtouren und verbreitete „Beweise“ für die Gaben, die die Herrschaft des Meisterstrategen im Kreml Mütterchen Russland gebrachte habe. Den kremlnahen Desinformationskanälen zufolge ist Russland mit Putin an der Spitze nicht nur dabei, eine wahrhaft demokratische Welt zu schaffen, sondern werde auch zu einem neuen globalen Zentrum des Wachstums. Und laut Peskow wird der Krieg in der Ukraine bald mit einem unvermeidlichen Sieg Russlands beendet werden.

Alles schön und gut also? Nun, die Russen bereiten sich auf die anstehenden Feierlichkeiten vor, indem sie nach sowjetischer Art für Eier Schlange stehen, deren Preise in die Höhe geschossen sind, und einige sind gezwungen, ihre Pässe abzugeben, damit sie keine Auslandsreisen machen können. Und der Westen, der kremlnahen Quellen zufolge an „Ukraine-Müdigkeit“ leidet, verkündete in Person von US-Präsident Joe Biden eine klare Botschaft: „Wir müssen sicher sein, dass sie [die Ukraine] den Krieg gewinnen.

Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht überall Biolabore

Wir haben bereits mehrfach über eines der beliebtesten Schreckgespenster des Kremls berichtet (siehe z. B. hier): die US-Biolabore und die dort angeblich hergestellten biologischen Kampfstoffe.

Zu diesem Thema haben wir mehr als 300 Desinformationsfälle, zusammen mit ihren Widerlegungen, in unserer Datenbank aufgelistet. Wir haben auch einen ausführlichen Artikel mit widerlegenden Fakten, eine Infografik und ein Video zu diesem Thema veröffentlicht, um die wilden Behauptungen der Kreml-Manipulatoren zu entlarven.

Dennoch und trotz der Arbeit, die wir und andere zur Aufklärung geleistet haben (siehe auch diesen offenen Brief russischer Biologen) greifen die vom Kreml verbreiteten Desinformationen über Biolabore und Waffen – nicht ganz überraschend – weiter um sich. Diesmal geraten Finnland und Kasachstan ins Visier der Propagandisten des Kremls, und zwar mit unbegründeten Behauptungen über von den USA betriebene Biolabore auf deren Boden.

Tabus im Dienste der Manipulation im In- und Ausland

Im Falle Finnlands hängt das Desinformationsnarrativ über biologische Labore mit dem Verteidigungsabkommen (Defense Cooperation Agreement, DCA) zwischen Finnland und den USA zusammen, das derzeit vorbereitet wird. Die Kreml-Desinformation versucht die Lage so darzustellen, als ob Finnland seine Souveränität verliere und seinen Grund und Boden für die US-Biolabore zur Verfügung stelle – beides Behauptungen, die jeglicher faktischen Grundlage und Glaubwürdigkeit entbehren. Das Ziel des Kremls ist es, dem heimischen Publikum ein feindliches Bild von Finnland zu vermitteln, und das hat er in letzter Zeit wirklich mit aller Kraft verfolgt.

Aber nicht nur über Finnland, auch über Kasachstan haben die Informationsmanipulatoren des Kremls fleißig falsche Informationen in Bezug auf angebliche dortige US-Aktivitäten verbreitet. Dieser Desinformation zufolge ist Kasachstan dabei, zu einer Versuchsstation der USA für bakteriologische, biologische und genetische Massenvernichtungswaffen zu werden – was gelinde gesagt eine sehr steile These ohne Belege ist.

Diese Desinformationsnarrative gegen Finnland und Kasachstan (und nicht zu vergessen die jüngste Kampagne, die die Ukraine ins Fadenkreuz nahm) zielen wieder einmal darauf ab, Tabus und psychologische Reaktionen im Zusammenhang mit Krankheitserregern zu bedienen und gleichzeitig das Bild Russlands aufrechtzuerhalten, das von hinterhältigen Feinden unter der Herrschaft der USA umzingelt ist.

Im Fall der Ukraine sind die mit Krankheitserregern infizierten Ukrainer in den vom Kreml manipulierten Nachrichtenmeldungen ein Versuch, das ausländische Publikum und seine Meinung über die Ukrainer zu beeinflussen und die anhaltende Unterstützung des Westens für die Ukraine zu schmälern, und zwar als Teil einer fortlaufenden, mehrgleisigen Desinformationskampagne.

Diese Woche auch auf dem Radar von EUvsDisinfo:

  • Die baltischen Staaten sind nicht in der Lage, unabhängig und souverän zu sein. Getreu ihrer kolonialistischen und chauvinistischen Einstellungen verdrehen die kremlfreundlichen Desinformationsverbreiter bei Sputnik die historischen Fakten über die völlige Verwüstung und Unterdrückung der baltischen Staaten und ihrer Völker in den Jahrzehnten sowjetischer Besatzung in krasser Weise. Gleichzeitig wird mit diesem wiederkehrenden Desinformationsnarrativ versucht, den baltischen Staaten ihre Identität, Eigenstaatlichkeit und nationale Souveränität abzusprechen, was an die toxischen, kremlnahen Desinformationskampagnen zur Ukraine erinnert.
  • Der IStGH bereitet eine Anklage gegen Dawyd Arachamija wegen des Verkaufs von Waffen an die Hamas vor. Diese Meldung wurde bereits als Desinformation entlarvt. Die kremlnahen Desinformationsakteure versuchten, ihre Zielgruppe mit einem gefälschten Video in die Irre zu führen. Dabei machten sie sich die Autorität und Glaubwürdigkeit von bekannten Organisationen zu Nutze (BBC und Bellingcat). In diesem gefälschten Video wurde das immer wiederkehrende kremlnahe Desinformationsnarrativ über westliche Militärhilfe für die Ukraine verbreitet, die am Ende in die falschen Hände gerate.
  • Die Verbündeten der Ukraine versorgen das Land mit giftigen Chemikalien, um einen biologischen Angriff durchzuführen. Ein weiteres Beispiel für die fortgesetzte Desinformation der kremlnahen Medienkanäle, dieses Mal auf Arabisch in der arabischen Version von RT. Die Desinformationsakteure versuchen hier erneut, wie schon seit Jahren, ein Narrativ zu verbreiten, wonach die Ukraine im Rahmen ihrer Operationen chemische Kampfstoffe einsetzt oder deren Einsatz vorbereitet. Die USA und andere Verbündete werden in diesem Narrativ beschuldigt, die Ukraine mit den giftigen Substanzen zu beliefern. Und das alles, obwohl gut bekannt ist, dass Russland in der Vergangenheit sowohl chemische Kampfstoffe gegen die Gegner von Putins Regime eingesetzt als auch versucht hat, die internationalen Normen und Institutionen zu untergraben, die den Einsatz chemischer Waffen verbieten.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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