Es gibt eine Methode der Desinformation, an die sich nur wenige herantrauen: Die Verbreitung von „Tatsachen“, die klar und eindeutig nicht der Wahrheit entsprechen. Aber die kremlfreundliche Desinformation verwendet diese Technik regelmäßig.

„Russland droht mit der Benutzung von Atomwaffen? US-Kommission verbreitet wildeste Gerüchte, um eine militärische Aufrüstung zu rechtfertigen“. So lautete jüngst die Überschrift eines Artikels bei Russia Today, der versucht den Eindruck zu hinterlassen, dass der Kreml nie derartige Drohungen machen würde.

Die Wahrheit ist aktenkundig: „Ich glaube nicht, dass die Dänen sich aller Konsequenzen bewusst sind, wenn Dänemark dem US-geführten Raketenabwehrschild beitreten würde. Wenn das passiert, würden dänische Kriegsschiffe zu Zielen russischer Atomraketen.“ Dies sagte der russische Botschafter in Dänemark. Präsident Putin selbst deutete an, dass er bei Widerstand gegen die russische (illegale) Annexion der Krim bereit war, Atomwaffen einzusetzen. Und letztes Jahr hat er Rumänien und Polen davor gewarnt, dass sie in Russlands Fadenkreuz geraten, falls sie Teile des US-Raketenschilds in ihrem Land stationieren würden.

Letzte Woche stellte die Fernsehsendung Wremja Pokaschet Behauptungen auf, die einfach das genaue Gegenteil der Wahrheit waren. Es wurde gesagt, dass es einen Plan zur Zerstörung des russischen Volkes auf der Krim gegeben habe, weshalb Russland 2014 eingreifen musste; und jetzt, so hörten wir, gebe es einen Plan, Millionen von Menschen im Donbas umzubringen. Und es kommt noch schlimmer: Angela Merkel schweigt dazu – ein Beweis dafür, dass sie etwas damit zu tun hat.

Die Wirklichkeit: Es gab nie einen Plan, der russischen Bevölkerung auf der Krim etwas anzutun—nur verunglimpfende Falschmeldungen in kremlfreundlichen Medien. Und es gibt zurzeit keinen solchen Plan für den Donbas. Dies ist der Grund für das Schweigen.

Währenddessen, laut Komsomolskaja Prawda, kann Russland kein Aggressor sein, da es in den russischen Genen liege, jeden Krieg abzulehnen. Der Internationale Strafgerichtshof hat dazu eine andere Meinung.

Wenn die Gesetze der Logik nicht helfen

Die Ukraine lag letzte Woche wieder sehr stark im Fokus kremlfreundlicher Desinformation. Einige Sendungen im russischen Staatsfernsehen widmeten sich allein diesem Land. Demnach hörte man wieder die Desinformation, dass die russischsprachige Minderheit in der Ukraine unterdrückt werde, dass Ukrainer einfach Russen seien und dass die NATO die Revolution auf dem Maidan inszeniert hätte.

Die russische Reaktion auf die Visafreiheit der Ukraine mit Europa setzt sich fort. Dmitri Kiesljow, Chefpropagandist des Kremls und derzeit auf der Liste der europäischen Sanktionen, hat nachgeforscht und ist zu dem  Ergebnis gekommen, dass es das Ziel der Visafreiheit sei, Ukrainer zu Sklaven Europas zu machen. Damit setzt die kremlfreundliche Desinformation die Reisefreiheit mit der Sklaverei gleich.

Ähnliche Gedanken fanden wir in einem kremlfreundlichen Medium in Georgien: Die EU und die USA hätten gemeinsam das georgische Bildungssystem „zerstört“. Die gleiche Webseite schrieb, die Kredite und Darlehen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds bedeuteten, dass Georgien Sklave dieser beiden internationalen Organisationen sei.

Die komplette Tabelle der neuesten Berichte mit Falschmeldungen lesen (auf Englisch):