Medienschaffende sind sehr geschätzt: Die für kremlfreundliche Medien vorgesehenen Haushaltsausgaben steigen erneut an.

Im vergangenen September schrieben wir, dass der Entwurf für den Haushalt der Russischen Föderation für das Jahr 2020 92 Milliarden Rubel (1,3 Milliarden Euro; seit September 2019 haben sich die Wechselkurse von 70 Rubel für 1 Euro auf rund 90 Rubel für 1 Euro geändert) für staatlich finanzierte und kontrollierte Medien vorsah. Ein Jahr ist vergangen, und die neuesten Berichte legen nahe, dass die kremlfreundlichen Medien tatsächlich mit einer noch größeren Summe in Höhe von 101,2 Milliarden Rubel für 2020 ausgestattet worden sein werden.

Die Diskussionen über den Haushalt für 2021 sind zwar noch in vollem Gange, doch der neueste Entwurf sieht 102,8 Milliarden Rubel (1,11 Milliarden Euro) zur Bereitstellung an die Medien des Kreml im nächsten Jahr vor. Erwähnenswert ist, dass der ursprüngliche Plan lediglich eine finanzielle Unterstützung der Medien in Höhe von 73,8 Milliarden Rubel beinhaltete, diese Summe jedoch auf Vorschlag des Finanzministeriums um 40 % erhöht wurde.

Wer hat einen Vorteil davon?

Vor einem Jahr schrieben wir, dass der größte Nutznießer dieser Medienzuschüsse der TV-Nachrichtensender RT war, der fast 23 Milliarden Rubel (325 Millionen Euro) erhielt.

Für das Jahr 2021 soll diese Zahl auf 27,3 Milliarden Rubel (296 Millionen Euro) steigen, die in die Weiterentwicklung der deutschsprachigen Ausgabe von RT und in Reparaturen am RT-Hauptquartier in Moskau investiert werden sollen.

Was das Personal betrifft, so gelang es dem The Insider, an Informationen über die Einkünfte bekannter kremlfreundlicher Journalisten zu gelangen.

Andrei Dobrow, Moderator von „Dobrow on the Air“, das auf REN-TV läuft, ist ein relativ bescheidener Akteur in unserer Desinformationsdatenbank und verdient knapp 7 Millionen Rubel (ca. 76 000 Euro) pro Jahr.

Olga Skabejewa und Jewgeni Popow sind das Ehepaar, das die Moderation des berüchtigten Programms „60 Minuten“ auf Rossiya 1 innehat und Desinformationen verbreitet, die von dänischen Bordellen für Zoophile bis hin zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, der einen Militärputsch anführt, reichen. Jedenfalls verdienen beide Gastgeber rund 140 000 Euro pro Jahr und ihre Sendungen zeigen mehr als 200 Ergebnisse in unserer Desinformationsdatenbank.

Wladimir Solowjow ist Moderator von Sendungen im Fernsehen, Radio und auf YouTube und sein Name führt ebenfalls zu mehr als 200 Fällen in unserer Datenbank. Diese harte Arbeit wird mit 52,6 Millionen Rubel, umgerechnet 570 000 Euro im Jahr vergütet.

Der Bestverdiener in unserer Liste übertrifft sogar Margarita Simonyan, die Chefredakteurin von RT, deren Einnahmen derart riesig waren, dass der kürzlich vergiftete Oppositionsführer Alexei Nawalny 39 Minuten brauchte, um alles in seinem Erklärvideo (mit englischen Untertiteln verfügbar) aufzulisten. Und damit kommen wir nun zu Artem Sheynin. Seine Sendung ‚Vremya Pokazhet‘ („Die Zeit wird es zeigen“) ist im Grunde genommen eine Goldgrube, sowohl für Desinformationsexperten als auch für ihren Macher selbst, der nach Angaben des The Insider 100 Millionen Rubel, also 1,1 Millionen Euro im Jahr verdient.

Man könnte annehmen, die Tatsache, dass das Budget von RT jedes Jahr weiter in die Höhe schnellt und die Moderatoren gut bezahlt werden, deute darauf hin, dass der Kreml nicht beabsichtigt, sein Konzept, den Zuschauern bewusst Fehlinformationen zu liefern, zu überdenken.