Diese Woche wieherte bei kremlfreundlichen Propagandisten der Amtsschimmel.  Alles dreht sich nämlich um offizielle Dokumente und Vereinbarungen.

Das erste Ziel der Desinformation war der Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, friedenssichernde Truppen in der gesamten Ostukraine einschließlich der russischen Grenze zu stationieren. So vernahm man vom Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, dass die Stationierung einer UN-Friedensmission an der russisch-ukrainischen Grenze im Donbas den Minsker Vereinbarungen widerspreche.

In Wirklichkeit erwähnt das Maßnahmenpaket zur Umsetzung der Minsker Vereinbarung Friedensmissionen nicht. Stattdessen soll die volle Kontrolle der ukrainischen Regierung über die Staatsgrenze wieder hergestellt werden.

In einem weiteren Bericht — im direkten Widerspruch zum obigen — wurde behauptet, dass die Friedenstruppen nicht benötigt würden, da die Grenze zwischen Russland und der Ukraine „eine Zone des Friedens und der Ruhe“ sei. Ein Blick auf die Anzahl der Zivilisten, die während des Krieges in der Ukraine schon gestorben sind, zeigt, dass es sich hierbei um eine Desinformation handelt.

Das Thema brachte wieder einmal eine sehr populäre falschen Darstellungsweise auf, nämlich, dass „die Ukraine von einer Terroristenjunta geführt wird, welche die russische Sprache zerstört“ und dass die USA und die europäischen Staaten sowohl Hitler als auch Poroschenko an die Macht gebracht hätten.

Kein Beweis notwendig

Das zweite Ziel der vergangenen Woche war der kürzlich erschiene Bericht über die Krim des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte. Laut der UN habe sich die Menschenrechtssituation auf der Krim seit der russischen Besatzung signifikant verschlechtert. „Schwere Menschrechtsverletzungen wie willkürliche Festnahmen und Verhaftungen, unfreiwilliges Verschwinden, Misshandlungen und Folter und mindestens eine außergerichtliche Hinrichtung wurden dokumentiert.“ heißt es in dem Bericht.

Doch – so die simple kremlfreundliche Antwort – basiert der Bericht offensichtlich auf Lügen. Die Argumentation lautet wie folgt: Die UN-Experten seien nicht auf der Krim gewesen, demnach hätten sie alle Informationen von der Ukraine erhalten und allen, die „die Krim seit langer Zeit nicht mehr besucht haben und die Situation auf Basis der ukrainischen Fernsehkanäle bewerten.“

In Wirklichkeit sammelt die Beobachtermission für Menschenrecht in der Ukraine die Informationen in der gesamten Ukraine, einschließlich der Krim—wo ihnen der Zutritt von den russischen Behörden nur einmal genehmigt wurde. Die Information stammte teilweise aus direkten Interviews sowie aus Untersuchungsmissionen an der Verwaltungsgrenze zwischen dem ukrainischen Festland und der Krim.

Die Berichterstattung über Unabhängigkeitsbestrebungen der Insel Mallorca in Spanien war ebenfalls irreführend. Sputnik behauptete, dass nicht nur Katalonien über seine Unabhängigkeit abstimmen soll, sondern auch die Baleareninseln nach Unabhängigkeit streben würden. In Wirklichkeit ist die Abstimmung über eine Republik Mallorca nur ein politisches Vorhaben und steht im Manifest einer nationalistischen Minderheitspartei.

Die Desinformationsseite Rusvesna behauptete, litauische NATO-Ausbilder hätten zwei Mädchen im Donbas vergewaltigt.

Schließlich kehrte die kremlfreundliche Papiermühle zu einer ihrer unkompliziertesten Techniken: Man braucht eigentlich keine Dokumente, um falsche Argumente zu unterlegen. Also erfuhr man, dass ein litauischer NATO-Ausbilder zwei Mädchen im Donbas vergewaltigt hätte. Die neueste Erscheinungsform dieses abgedroschenen Themas, das wir schon seit langer Zeit verfolgen, wurde schnell von Litauen widerlegt.

Zusätzlich erfuhren Lettland und Estland, dass sie Gebietsansprüche gegenüber Russland hätten, ebenso wie Polen gegenüber der Ukraine und Weißrussland, sowie Rumänien gegenüber Transnistrien.

Und man erfuhr, dass während der Waldbrände in der georgischen Borjoni-Schlucht die USA Georgien lediglich mit nutzlosen Schuhen geholfen hätten, welche normalerweise für Begräbnisse von Obdachlosen in den USA gebraucht würden. Lesen Sie die Fakten hier.

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