Soziale Entfremdung ist ein Zustand, der von wenig Gemeinsamkeiten und Integration und einer hohen Distanz zwischen Einzelnen oder innerhalb einer Personengruppe gekennzeichnet ist. Dieses Gefühl der Distanz zwischen zwei Gruppen nährt sich von einer Art Zweifel über „den anderen“. In der kremlfreundlichen Desinformation ist Europa/der Westen dieser „andere“ und er muss als irgendwie anders beschrieben werden—vielleicht verdächtig, böse oder einfach schwach.

Diese Woche gab es erneut Falschmeldungen, dass europäische Staaten „russophobisch“ seien, dass sie Eltern grundlos ihre Kinder stehlen und dass sie LGBT-freundliche Politik auferlegen, um georgische Kinder unmoralisch zu machen, damit sie später Farbrevolutionen durchführen können. Das sind alles Themen, die wir schon früher gesehen haben—lesen Sie hier, hier und hier.

Letzte Nacht in Schweden? Immer noch kein Bürgerkrieg in Sicht.

Schweden hat es diese Woche ebenfalls wieder zurück in die Schlagzeilen der Desinformationen geschafft. Wir lasen, dass ein drohender Bürgerkrieg in diesem Land anscheinend unmittelbar bevorsteht, das einen der höchsten Lebensstandards der Welt hat. Wie in den Desinformationsmedien berichtet wird, habe der Chef der nationalen Polizei internationale Hilfe gefordert, da das Land von muslimischen Einwanderern in Stücke gerissen werde. In Wirklichkeit hat er nur verstärkte Kooperation der Landesbehörden in gefährdeten Gegenden gefordert—ein Hilferuf zu einem schwerwiegenden Thema, in der Tat, aber noch lange kein Bürgerkrieg.

Kein Jazz für Ukrainer

Wenn man nach dem offiziellen Fernsehsender des russischen Verteidigungsministeriums TV Swesda geht, (auch bekannt für die Falschmeldungen, dass Ukrainer den Tauben das Essen stehlen und dass in der ukrainischen Armee Zombies kämpfen), musste das Lemberger Jazzfestival wegen schwerer Gesundheitsrisiken aufgrund des vielen Mülls in den Straßen abgesagt werden. Tatsächlich fand das Alfa Jazz Festival planmäßig statt und es gab nie Pläne oder Debatten über eine Absage.

Lenta.ru informierte seine Leser, Kiew habe geplant, den Flug MH17 anzugreifen, wieder um Zweifel für den wahren Grunde dieses tragischen Ereignisses zu sähen, obwohl die gemeinsame Ermittlergruppe klar zu dem Schluss gekommen ist, dass das Geschoss, welches Flug MH17 abgeschossen hat, von einem russischen Fahrzeug gezündet wurde, das die ukrainische Grenze überquert hatte und dann wieder nach Russland zurück geschickt wurde.

Es gibt keine rassistische Plakatkampagnen auf den Straßen Kiews.

Altbekannte Desinformationsquellen waren diese Woche wieder gegen die Ukraine aktiv mit der Behauptung, es gebe eine Plakatkampagne auf den Kiewer Straßen, die die russische Sprache als Zeichen für einen niedrigen IQ darstellen und mit einer Infektion vergleichen würden. Das geht einher mit der geläufigen, aber immer noch unbewiesenen Sicht, die Ukraine bedrohe ihre russischsprachige Bevölkerung. Aber es gibt nur ein kleines Detail, das korrigiert werden muss. Das Plakat —wie betrüblich auch immer— war lediglich ein einziger Beitrags eines Amateurs zu einer Ausstellung in Jahr 2015, und keine andauernde Werbekampagne auf den Straßen von Kiew. Wieder nur ein weiterer Teil der andauernden russischen Desinformationskampagne.

Die komplette Tabelle der neuesten Berichte mit Falschmeldungen lesen (auf Englisch):

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