„Russophobie, wie sie von Washington, dem Pentagon, der NATO und der Europäischen Union ausgespien wird, hat eine der schwersten Krisen seit dem Kalten Krieg in den Beziehungen mit Russland verursacht.“

„Das Ziel dieses Krieges (zwischen den USA und Russland oder den USA und China) ist die Zerstörung Russlands, denn dann könne es ohne Mühe seiner natürlichen Ressourcen beraubt werden.“

„Die Wiederbelebung der nationalen russischen Identität führt gewöhnlich zu einem rapiden Wachstum der physischen Stärke Russlands. Instinktiv mag das im Westen niemand. Sanktionen sind die Reaktion eines alten und zähen Feindes auf ein Erstarken Russlands“. Wiederholung ist eine der effektivsten und häufigsten von der kremlfreundlichen Desinformationskampagne benutzten Techniken. Und die Darstellung Russlands als Opfer westlicher Aggression sowie „Russophobie“ ist eines der Schlüsselnarrative der Desinformationen. Diese Woche wurden beide geschickt kombiniert.

Das erste der obigen Beispiele wurde auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht und von einem Autor verfasst, der auch für das staatlich finanzierte russische Medium Sputnik schreibt.

Die anderen beiden Nachrichten wurden in einem bekannten Nachrichtenprogramm ausgestrahlt, welches von Millionen von Menschen auf dem staatlich kontrollierten russischen Pervyi Kanal angeschaut wurde.

Solche Meldungen sind mächtig, doch stehen sie im Widerspruch zu den Tatsachen. Es ist beispielsweise gut dokumentiert, wie USA, NATO und EU seit den 1990ern hart daran gearbeitet haben, eine starke Zusammenarbeit mit Russland aufzubauen. Und selbstredend war es die russische Militärintervention in der Ukraine und die illegale Annexion der Krim, die  zur temporären Einfrierung verschiedener Formate zum politischen Dialog und von Kooperationsmechanismen geführt hatte, ebenso wie zu Sanktionen.

Wiederholt Schweden Poltawa?

Ein weiteres Beispiel einer auftauchenden Desinformation ist die Behauptung der Zeitung Pravda, Schweden überlege seine Armee nach Donezk zu schicken. Schweden und die Ukraine – so lernten wir im Artikel –  stellen den Ausgang der Schlacht von Poltawa in Frage—eine Schlacht, mit der Schwedens Status als Großmacht vor über 300 Jahren endete. Das Ergebnis sollte gestrichen und Russland als Verlierer anerkannt werden. Sehen Sie hier die Widerlegung dieser Behauptung.

Für ein schwedisches Publikum könnte das absurd, ja, schon lächerlich klingen. Doch die kremlfreundliche Nachrichtübermittlung ist erfahren darin, spezifische Botschaften für einen spezifischen Empfängerkreis zu identifizieren und diese maßzuschneidern. Aus Sicht des Publikums, welches ständig mit dem Bild des Westens als Aggressor gefüttert wird, können solche Geschichten definitiv als Tatsachen wahrgenommen werden.

Das extremste Beispiel an Desinformation über westliche Aggression, welches wir diese Woche aufgedeckt haben, war eine auf dem russischen Fernsehsender NTV präsentierte Verschwörungstheorie. Im Licht der Ermittlungen zur russischen Einflussnahme bei den letzten US-Wahlen, mehrten sich  spiegelbildliche Anschuldigung der kremlfreundlichen Desinformationen: dass der Westen sich in russische Wahlen einmische.

Des Weiteren war zu hören, dass USA-nahe Geheimdienste einen geheimen Plan hätten um einen der „schwächsten“ russischen Präsidentschaftskandidaten zu ermorden. Die Behauptungen sind mit keinem Beleg untermauert. Und es wurde auch keine Erklärung angeboten, was möglicherweise das Ziel dieses „geheimen Plans“ sein könnte.

Übersetzungen aus dem Englischen: Astrid Schwaderer